Canetti-Haus – ein Forum für alternative Kultur
Das Canetti-Haus wurde von der Familie Canetti (dem Großvater und Vater Elias Canettis) als Geschäftsgebäude erbaut und genutzt. Es wurde im Jahre 1898 vom Architekten Nikos Bedrosyan errichtet. Der Laden diente dem Verkauf von Großmarktlebensmitteln. In seinen Memoiren („Die gerettete Zunge“) verarbeitete Elias Canetti seine frühen Kindheitserinnerungen an das Geschäft. Nachdem die Familie Canetti Ruse verlassen hatte, bezog ein Möbelgeschäft die Räumlichkeiten. Seit 1993 steht das Gebäude leer.
Zukünftig plant die Internationale Elias Canetti Gesellschaft im ehemaligen Geschäftshaus der Familie Canetti die Errichtung eines internationalen Kultur-, Wissenschafts- und Dokumentationszentrums. Um dieses Vorhaben zu realisieren, überließ der bulgarische Staat per Ministerratsbeschluss das Haus der Gesellschaft. Aufgrund ungeklärter Eigentumsverhältnisse und eines damit einhergehenden Rechtsstreites verzögert sich jedoch dessen Errichtung.
Im Moment wird das Haus in seinem unsanierten Zustand als alternativer Veranstaltungsort für Konzerte, Performances oder bildende Kunst genutzt. Die Internationale Elias Canetti Gesellschaft war erfolgreich in ihrem Bemühen, das Haus zu einem in Ruse und Bulgarien bekannten Forum für Zeitgenössische Kunst und Kultur zu entwickeln.




